DHS HERBSTSEMINAR 2007: Körper - Raum - Zeit

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Annes Kommen

Liebe Anne, Du kannst Dir nicht vorstellen, wie schön es war, Dich in Königswinter wiederzusehen! Da ich von Dir nichts hörte/las, war mir ziemlich klar, es geht Anne nicht gut. Beim Seminar hörte ich, Du würdest wohl nicht kommen. Das konnte ich gut nachvollziehen. Wenn man sich schlapp fühlt, in eine große Gruppe hineinkommt, dort ungewollt im Mittelpunkt steht, dreißig Leute am Hals hängen hat, die fragen, wie es einem geht, zieht man wohl die Ruhe der eigenen Wohnung vor. Andererseits war das Seminar, der Festabend „Dein Kind", auch wenn die letzten organisatorischen Maßnahmen bestens vom neuen Vorstand fortgeführt wurden.

Auf einmal dann die Nachricht: Anne kommt!

Ja, dann warst Du da, schmal, ein wenig abgespannt, aber auch ein wenig froh. Das konnte man glücklicherweise auch sehen. Wie Du so sagtest, ¾ Stunde von Königswinter entfernt und nicht dabei sein können (Herbstseminar), da konnte ich gut nachvollziehen, warum Du diesen Kraftakt auf Dich genommen hattest.

Ich weiß nicht, ob ich in ähnlicher Lage dies so gut gepackt hätte wie Du. Chapeau – wie Du gerne zu Anderen voller Achtung sagst.

Die Workshops

Der Workshop mit Erika leider sehr voll, da wäre eine Beschränkung auf 10 – 12 Teilnehmer besser gewesen, damit sie ihr ursprünglich geplantes Konzept hätte umsetzen können.

LBG mit Lorenz war sehr gut. Er hat mich nach vier Jahren (wir kennen uns von Rendsburg!) mit Namen begrüßt, ich war platt! Und hocherfreut...

Der Aufbau des Schnupperangebots LBG war sehr gut, seine Gebärden fließend und ansprechend, der Umgang mit uns unbedarften Teilnehmern aufbauend und ermutigend. Hoffentlich kann ich doch einmal einen Kursus bei ihm machen.

Der Theaterworkshop: Zuerst war ich etwas verklemmt, gehemmt bei den Lockerungsübungen. Allerdings die Anderen auch. Dann ging aber die Post ab. Es wurde gerannt, gehüpft, gegackert, gejohlt ... Die selbst erdachten Spielszenen am Nachmittag waren einfach locker, weil wir mutig und unaufgeregt ins Thema einstiegen. Das war die Quintessenz für mich: Nicht immer mit dem Kopf alles analysieren, einiges auf sich zukommen lassen und darauf spontan reagieren, es wird schon, auch wenn es anders wird als geplant. Mutiger werden, Fehler zulassen, passiert schon nix.

Das konnte ich aber schon am Festabend üben. Dort hatte die LBG-Truppe eine kleine Aufführung. Mir unterliefen Fehler beim Gebärden (armer Lorenz) und es hat mir so gut wie nichts ausgemacht. Sogar vor unserem „Auftritt" waren mir drohende Fehler wurscht. Es saßen doch lauter nette Schlappohren im Saal, es war völlig unbedeutend, ob die „Show" reibungslos über die Bühne ging, es war nur wichtig, miteinander Freude zu haben.

Das wäre mir vor ein paar Jahren nicht passiert. Erstens hätte ich vorher so lange geübt, bis alles im Schlaf ablief, zweitens hätte ich mich nachher bei einem Fehler fürchterlich über mich geärgert. Es wird besser mit meiner manchmal starren Erwartungshaltung.

Der Theaterworkshop hat mich wieder ein kleines Stück in diese Richtung gebracht. Danke Anne, Barbara Lehmann oder wer auch immer die Idee dazu hatte, das war klasse.

Fazit: Es kann durchaus sein, dass man etwas verbessern könnte, mir fällt aber absolut nichts ein, weil ich einfach rundum zufrieden, glücklich, entspannt nach Hause fuhr.

Danke Leute, es war wunderbar!

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