Ausflug: Schmalkalden – Schloß Wilhelmsburg und alter Stadtkern

Beitrag in Forum 51, Frühjahr 2019: Bericht zum Ausflug am Herbstseminar 2018

Text und Bilder von U. N.

Schmalkalden Blick vom Schloss
Am späten Donnerstagnachmittag im idyllisch gelegenen Finsterbergen angekommen, konnten die Neu-Mitglieder die alten Hasen der DHS gebührend kennenlernen. Auch in diesem Jahr gehörte der Freitag der kulturellen Bildung der Teilnehmer.

08:45 Uhr war am Morgen der Termin zum Lunchpaket-Fassen und da alle pünktlich waren, ging es kurz nach 9 Uhr mit dem Bus in Richtung Schmalkalden los. Auf dem Parkplatz „Steinerne Wiese“ nahmen wir noch Tina mit ihrer Hörtechnik mit und es ging weiter in Richtung Schloß. Dort angekommen, erstürmten wir die Treppe zum Schloß, genossen die tolle Ansicht und suchten erstmal die Toiletten auf.Schmalkalden Schlosstreppe

Danach warteten wir auf die Schloß-führerin, diese begann zuerst in der Schloßkapelle. Hier wurde uns ein traumhafter Innenraum gezeigt und erklärt, das hier erstmals das protestantische Glaubens-bekenntnis architektonisch umgesetzt: Altar, Kanzel und Orgel sind in einer Achse vertikal angeordnet. Ihr gegenüber wohnte der hessische Landgraf in seiner Herrschaftsempore dem Gottesdienst bei. Die am 23. Mai 1590 eingeweihte Renaissance-Orgel ist die älteste Thüringens und gehört darüber hinaus zu den ältesten noch bespielbaren Holzorgeln in Europa.

Schmalkalden SchlosskircheDas Schloß selbst ist eine Nebenresidenz der Landgrafen von Hessen-Kassel, erbaut 1585-1590. Baulich stellt es ein vierflügeliges Renaissanceschloss mit Treppentürmen in den Ecken des Hofs und prachtvollen Sandsteinportalen, Innenarchitektur mit originaler Raumdisposition dar. Die Festsäle sind mit einzigartigen Malereien und Stuckaturen ausgestattet. Der Terrassengarten in seiner wieder-hergestellten Grundstruktur gilt als eines der ältesten mitteldeutschen Gartendenkmale.

Die Räume waren schon sehr interessant, das muß man unumwunden zugeben.
Die Malereien waren behutsam restauriert, wir konnten sogar verschiedene Bearbeitungsstufen kennenlernen.

Nach der Führung war Mittagspause mit Lunch angesagt, das Wetter spielte ja bestens mit. Jeder fand seinen Lieblingsplatz und verbrachte die Mittagspause sehr geruhsam.

Der Stadtführer traf dann vereinbarungsgemäß gegen 12:30 Uhr ein und erzählte erstmal über die Geschichte der Stadt Schmalkalden, ehe es kurz vor 13 Uhr bergabwärts in Richtung der schönen Altstadt ging.

Lutherhaus Schmalkalden

In der Altstadt gab es sehr viele wunderschöne Fachwerkhäuser zu bestaunen, hier wird stellvertretend für alle das Lutherhaus gezeigt. Alle wunderbaren Häuser hier zu zeigen … das würde den Rahmen dieses Berichts sprengen.

Schmalkalden trat im Jahre 874 erstmals als „villa Smalcalta“ in einer Urkunde neben Wasungen und Schwallungen als einer derjenigen Orte im Grabfeldgau auf, den die dem fränkischen Hochadel angehörige Edle Kunihilt dem Kloster Fulda übereignete. Schmalkalden wurde 1250 erstmals in einer Urkunde als Stadt erwähnt (cives) und erhielt 1335 das Stadtrecht von Gelnhausen. In Schmalkalden wurde im 16. Jahrhundert Weltgeschichte geschrieben. Im damals, zu den bedeutendsten Städten des Reiches gehörenden Schmalkalden, gründete sich 1530/31 der gleichnamige Bund als politischer Arm und „der militärische Schutzpanzer der Reformation“.

Die Sonnenwärme wurde in der Stadt so drückend, daß das Angebot der nahen Eisbar gerne angenommen wurde.

Später wurde uns noch der alte Friedhof gezeigt, er liegt südlich der Stadtkirche.
Trotz eines deutlich sichtbaren Verbotsschildes liefen wir alle über die Glasfläche, welche einen leicht gruseligen Einblick gewährte. Danach genossen wir noch einen Blick in die Stadtkirche mit der wunderbaren Deckengestaltung.Rennsteig Schild

Bis zur geplanten Abfahrt des Busses hatten wir noch etwas Zeit und bummelten etwas herum. Andere holten sich Kaffee und Kuchen. Der Bus nahm auf der Rücktour eine andere Route, die nicht minder schön war und ebenfalls über den Rennsteig führte.

Abends ging es mit der Mitgliederversammlung weiter … aber das ist dann ein anderer Bericht …

Alles in allem – ein wunderbarer Tag mit interessanten Besichtigungen und einen nicht minder wunderbaren Sonnenschein! Unser Dank gilt den Organisatoren und den beiden Guides.

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